Magnolia Pullover aus Noro Kagayaki 17 und Taiyo 31 mit Corsagen-Effekt

Die Noro Kagayaki 17 * lernte ich im letzten Jahr auf der Messe H+H in Köln als Garn-Neuheit 2018 kennen. Gleich haben mich die zarten Farben dieses Norogarns angesprochen. Sie sind wie eine erblühende Frühlingslandschaft im hellen Sonnenlicht mit den ersten Frühlingsblühern, zartem Grün und erdbeerfarbenen Blüten. Die Tulpen-Magnolie, die ab April ihre herrlichen Blüten zeigt, ist zwar eher rosa-weiß als erdbeerfarben, doch die ganze Garnkomposition erinnert mich an sie. Sieh‘ selbst!

Die Farben der Noro Kagayaki 17 im Knäuel zu sehen. Noromaniac Blüte einer Magnolie in Weiß und Erdbeerfarben zur Illustration des Magnolia-Pullovers von Noromaniac. Drei Erdbeeren im Korb zur Illustration der Farben des Pullovers von Noromaniac aus Kagayaki 17.
Frisches grünes Gras zur Illustration der Farben des Pullovers von Noromaniac aus der Kagayaki 17. Ein Knäuel Noro Kagayaki 17 mit seiner Bandrole. Foto: Katrin Walter – Noromaniac
Dunkel-pinkfarbene Magnolie zur Illustration des Magnolia-Pullovers von Noromaniac. Knospe und Blüten der Magnolie zur Illustration des Magnolia-Pullovers von Noromaniac.
Zwei Knäule Noro Kagayaki 17. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Wie der Pullover aus Noro Kagayaki 17 zu seinem Taufnamen Magnolia kam

Die Tulpen-Magnolie ist ein Baum oder großer Strauch mit ausladender Krone auf einem kurzen und meist krummen Stamm. Die Rinde des Stammes ist anfangs glatt und verändert sich mit zunehmendem Alter der Pflanze in braungrau mit feinrissiger Borke. Ihre großen Blüten erscheinen meist schon vor dem Blattaustrieb. So sieht man von den Blättern bei Frühlingsanfang erst nur kleine grüne Spitzen. Diese frühblühende Art hat etwas Archaisches, Wildes, Urtümliches an sich, eben wie das Garn mit seiner tweedigen Anmutung und Zusammensetzung aus natürlichen Rohstoffen.

Wie eine Magnolie im Frühling, so sieht auch das Garn Noro Kagayaki 17 aus:

  • das Tweedige im graubraunen Teil scheint wie die kleinen Risse am Stamm,
  • das zarte Grün wie seine noch wenigen Blätterspitzen zwischen März und Mai und
  • das Weiß und der Rotton, wie die spektakulären großen Blüten.

Magnolien fallen auf.

Mein Magnolia Pullover auch.

Er hat auch eine Tulpenform, wie die Tulpen-Magnolie, da er nach unten ganz leicht ausgestellt ist. Der Pullover öffnet sich außerdem durch zwei Schlitze an den Seiten. Sie sind mit Patentrand gearbeitet und rollen sich nach innen. Auf diese Weise wird das Blütenhafte noch mehr unterstrichen und der Pullover bekommt ein wunderschönes Shaping.

Mehr Farbe bitte

Schon in meiner Garnrezension der Kagayaki habe ich darauf hingewiesen, so schön die Farben auch sind, es sind mir zu wenige und da ich Blockstreifen nicht so mag, musste ich mir etwas ausdenken, um aus der Noro Kagayaki 17 etwas ganz Besonderes zu machen. Zum Glück ist mein Garnvorrat so groß, dass sich da immer etwas findet. Hier war es die Noro Taiyo 31 mit einem Rapport aus allen Regenbogenfarben, so kräftig und satt, dass sie einfach nur das Auge erfreuen. Zwischen all den knalligen Farben findet sich auch der Grünton aus der Noro Kagayaki 17 nur noch etwas lebendiger und somit war die Idee geboren, die beiden Garne zu mixen. So befinden sich jetzt circa dreizehn Farben im Pullover, statt der vier Farbtöne  aus der reinen Noro Kagayaki 17.

Es war eine exzellente Entscheidung. Und um den Look perfekt zu machen, strickte ich kurzerhand noch einen kleinen Loopschal nur aus der Noro Taiyo 31 dazu. Auch mein nigelnagelneues Häkeltuch aus leuchtend grüner reiner Seide (Dibadu-Funnies) passt hervorragend dazu. Ich liebe halt Farben, vor allem so schöne kräftige, denn ich habe Noro in seiner vollen Farbflut-Blüte kennengelernt und stehe genau darauf. Heute setzen sie ja scheinbar immer mehr auf weniger Farbenfülle. Dabei kann es die Welt ruhig bunter vertragen und Noromaniac sowieso. 🙂

Der Corsagen-Effekt

Wie man unten auf einigen Fotos am Rand sehen kann, war meine erste Idee, das Jacquardmuster auch an den Ärmeln anzubringen. Nachdem ich Vorder- und Rückteil fertig, probeweise zusammengesteckt und probiert hatte, gefiel es mir besser, das Muster nur dort, in der Mitte so richtig wirken zu lassen. Denn so erscheint das Musterband wie eine Corsage und nichts weiter lenkt von ihr ab. Damit der Effekt vollkommen herauskommt, wählte ich für den Dekolleté -Bereich nur den hellen Creme-Ton aus und ließ ihn im Frühlingsgrün auslaufen. Das hat gleichzeitig eine Anmutung von weißer Haut und unterstreicht noch mehr die Idee der Corsage. Sie ist aber zum Glück nicht eng aber trotzdem fester als der Rest, denn durch das Jaquardmuster mit der Noro Taiyo liegen die Fäden dort doppelt.

Die Farbaufteilung

Die sich beim normalen Stricken selbst bildenden Blockstreifen der Noro Kagayaki 17 waren für das von mir gewünschte Gesamtbild des Magnolia-Pullovers nicht ideal. Aus diesem Grund habe ich das Vorder- und Rückenteil von unten bis zur Hüfte jeweils in zwei Teilen gestrickt und dabei noch zusätzlich die Farben sortiert. Gleiches, wie bereits im vorherigen Abschnitt beschrieben, machte ich auch oberhalb des Musters, vor allem und noch extremer am oberen Vorderteil. Nach all der Theorie willst du nun sicher Fotos satt sehen, nicht wahr? Hier sind sie endlich …

Das gute Laune-Teil aus Noro Kagayaki 17 in der Bildergalerie

Auf den Fotos kannst du dich an den Farben und Formen laben. Leider kommt nicht die unglaubliche Weichheit des Garns heraus. Der Magnolia-Pullover ist so soft, dass man ihn gar nicht mehr ausziehen will, wenn man ihn einmal anhat. Ich weiß, jetzt habe ich dich ganz neidisch gemacht. Aber diesen Schmeichelpullover „bin ich mir wert“, um den Werbespruch von L‘Oreal (Weil ich es mir wert bin) zu bemühen, schon allein für die Design- und Strickarbeit von mir.

Rückenteil des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac Vorderteil des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Nachdem ich den Rumpf gestrickt hatte, nahm ich von dem Muster auf den Ärmeln Abstand. Im Foto rechts kannst du noch die ursprüngliche Idee sehen.

Jacquardmuster des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Eine perfekte Kombination: die Noro Kagayaki 17 und die Noro Taiyo 31. Sie haben auch beide die gleiche Lauflänge mit 200 Metern auf 100 g Garn. Hier kannst du noch einmal alles über die Noro Taiyo nachlesen…

Beim Rand-Spannen, der Magnolia-Pullover aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Nur der untere Rand wurde gespannt, sowie die gehäkelten Manchetten und der gehäkelte Kragen, damit sie sich nicht aufrollen.

Knopfleiste des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac Handmade-Etikett am Rückenteil des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Handmade bei Noromaniac … das muss man ja noch sagen dürfen oder besser auf ein schönes Etikett schreiben, damit es alle wissen.

Detail des Jacquardmusters aus dem Magnolia-Pullover aus Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac Die Farben aller Garne leuchten in der Sonne: Noro Kagayaki 17, Noro Taiyo 31 und die reine Seide der Dibadu-Funnies. Foto: Katrin Walter – Noromaniac Der Loop aus Noro Taiyo 31 passend zum Magnolia-Pullover aus dem Garn Noro Kagayaki 17. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Im Loop befinden sich alle Farben der Noro Taiyo 31, im Magnolia-Pulloer aus Noro Kagayaki 17 ein paar weniger Farben der Taiyo.

Rechte Seite des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac Linke Seite des Magnolia-Pullovers aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Hier kannst du gut die Seitenschlitze erkennen und wie sich das Muster des Corsagen-Teils perfekt zusammenfügt.

Gehäkeltes grünes Seidentuch aus Dibadue-Funnies mit dem Pullovers aus Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Die Sonne bringt es an den Tag: die Wahnsinnsfarben von Noro und auch das knallgrüne Seidengarn von Dibadu.

Magnolia-Pullover aus dem Garn Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31 mit passendem Loop. Foto: Katrin Walter – Noromaniac Das grüne Seidentuch aus Dibadue-Funnies über dem Pullover aus Noro Kagayaki 17 und Noro Taiyo 31. Foto: Katrin Walter – Noromaniac
Nahaufnahme des grünen Seidentuches aus Dibadue-Funnies, dem Loop aus Noro Taiyo 31 und dem Pullover aus Noro Kagayaki 17. Foto: Katrin Walter – Noromaniac
Und jetzt bin ich gespannt, was du dazu sagst … Der Kommentar-Bereich ist für dich freigeschaltet.

 


*Die Noro Kagayaki 17 hat mir die Knitting Fever Inc. zur Verfügung gestellt. Die aktuell verfügbaren Farben dieses Norogarns kannst du direkt dort einsehen. Die Noro Taiyo 31 und die Dibadu-Funnies sind von mir gekauft.


Zur ausführlichen Garnbeschreibung geht es hier…

Alle Fotos und Design: Katrin Walter/Noromaniac. Naturfotos: Pixabay

 

17 Comments

  1. Kleine Noro Kureyon 325

    Bei meenem Yarn-Gott … da is dir ja wieda een Wahnsinnsteil jelungen, liebste Noromaniac.
    Nachdem icke nun allet janz jenau durchjelesen hab … sag’ mal … is meen Musta hier (https://www.simplywalter.biz/noromaniac/noro-kureyon-325-ich-bin-dann-mal-weg/) ooch’n “Jaquardmuster”? Dit würd ma mal interessieren. Weil bei mir ja icke die Streifn hab und det neon-orange Zeugs einfarbig is und hier beede Yarne bunt sind. Heeßt det dann anders?

    1. Liebe kleine Noro Kureyon 325,
      ja auch dein Muster ist ein Jaquardmuster. Es kommt dabei nicht auf die Buntheit des Fadens an, sondern, dass man zwei oder noch mehr Fäden zusammen verarbeitet und dabei die Farbe, die nicht obenauf erscheinen soll, auf der Rückseite des Gestricks mitführt und die Fäden immer beim Farbwechsel verkreuzt. Das ist die Jaquardtechnik, die auch bei der Weste aus dir angewandt wurde.
      Drück’ dich, meine Liebe …
      aber wieso berlinerst du denn so?

      1. Kleine Noro Kureyon 325

        Oooh dankesehr. Da bin ick ja noch stolzer auf mich …. mit Jaquardtechnik. Wow.

        Wat dit Bärlinerische anjeht, wollte ick dir ne Freude machn, weil du doch son richtjes Bärliner Mädel bist. Und als Yarn aus dem weit entfernten Nipponlande, is it doch cool, dat icke dit jez ooch kann … nach so vielen Jahrn in deinem Schrank.

        1. Interessant, du kleiner Schlingel, ich dachte du unterhälst dich mit deinen Brüdern und Schwestern von Noro auf Japanisch. Aber stimmt ein wenig deutsches Garn gibt es auch, ebenso wie aus englischsprachigen Ländern und Italien. Dann spricht du wohl demnächst auch noch Italienisch mit mir?

  2. bezz_noro

    Liebe Noromaniac,
    dieser herrlich kreative Pullover erinnert wirklich an die schönen Frühlingsboten Magnolien. Bin begeistert, da ist dir mal wieder ein Meisterwerk gelungen.
    Und ich ich könnte mich schon wieder krank lachen über die Einwürfe deines kleinen Schreiber-Assis, ich liebe die kleine Noro Kureyon 325! Schade, dass sie nicht auch strickt …

  3. Majo

    Wunderschön! Ich liebe es auch wenn unsere Welt, hier Dank Dir, liebe Noromaniac, schön bunt ist und nicht so schwarz und grau wie ich es auf der Straße immer mehr beobachte. Den Pullover würde ich sehr gerne selber tragen aber wenn es ihn nicht zu kaufen gibt, wird es wohl nicht sein, denn ich glaube das ich Jaquardmuster nicht schaffe, selber in der Qualität zu stricken wie du es uns hier zeigst. Da muss man bestimmt lange für üben oder hast du einen Tipp für mich? Denn Fäden auf der Rückseite mitnehmen das diese dann nicht zu kurz/lang sind, nicht stören, das ist mir ein Rätsel, umso mehr bewundere ich deinen Magnolia-Pullover.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Majo.
      Ich finde Jaquardmuster ebenfalls etwas schwierig, weil man genau aufpassen muss und ich ziehe meist die Fäden etwas zu stark. Mittlerweile kann ich es schon besser und stricke den Faden alle paar Maschen mit, damit er nicht rumhängt. Allerdings ist hier der etwas festere Mittelteil gewollt, da es eine Art Corsage darstellen soll. Ich finde es ziemlich gut gelungen.
      Einen ganzen Pullover oder eine Jacke so zu stricken, wäre mir zu aufwendig, vor allem weil man nicht so schnell stricken kann, wie ich es mag. Es gibt da richtige Künstlerinnen, die das viel viel besser können.
      Aber ich liebe es, ab und an so ein Element als Blickfang einzustricken. Das bekomme ich ganz gut hin und nehme es auch in Kauf, dieses Stück dann langsamer zu stricken, wie zum Beispiel in meiner Weste aus der Kureyon 325 hier. An dieser Stelle liebe Grüße an die kleine Kureyon 325. Habe dich lieb … und dich, Majo, natürlich auch <3

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